TT: P3-Turm: Alles eine Limit-Frage

Die Kubatur bleibt unverändert, im Inneren ist vieles möglich: Der Innsbrucker Bauausschuss lockerte für Pema den Wettbewerbsrahmen.

Innsbruck – Mit 4 Pro- (2 FI, 1 SP, 1 Grüne) zwei Gegenstimmen (VP) und einer Enthaltung (Grüne) akzeptierte der Innsbrucker Bauausschuss am Donnerstag einen von Obmann Lucas Krackl (FI) vorgelegten Kompromissvorschlag in Sachen „P3“-Turm. Wie berichtet, hatte Pema im Jänner nach dem Einzug einer Grenze von maximal 9000 m² Bruttogeschoßfläche (BGF) volley das Aus für die Ansiedlung eines Motel One zugunsten einer reinen Wohn-Büro-Nutzung verkündet. Doch die Politik will ein Hotel, wenngleich Teile davon nicht eines mit 220 Zimmern. Dem Kompromiss zufolge bleibt die von der Politik bei rund 30.000 m³ limitierte Kubatur des in der Südbahnstraße von Pema-Chef Markus Schafferer geplanten dritten Pema-Turms in der Landeshauptstadt unverändert. Jedoch soll eine mögliche innere Flächenmaximierung dem Ergebnis des Architekturwettbewerbes überlassen werden. Damit rückte der Ausschuss vom zulässigen Höchstwert von 9000 m² BGF ab. Weiters wurde festgelegt, dass die Wohnnutzung maximal 25 Prozent betragen darf und der Vorplatz als Teil des Gesamtprojektes mitgestaltet werden muss. Der Beschluss fiel erst nach einer langwierigen und kontroversen Debatte. „Nun liegt es am Wettbewerb, die besten Ideen für die Umsetzung zu finden“, sagt Ausschussobmann Krackl. Nur teilweise dürften sich die Grünen intern mit dieser Lösung abgefunden haben – anders ist das Stimmensplitting nicht zu erklären. Der SPÖ war es nur darum gegangen, die Kubatur nicht aufzuschnüren. Die VP blieb bei ihrer Haltung, wie StR Franz Gruber sagt: „9000 m² müssen reichen und bieten genügend Raum für alle Funktionen.“ Die VP würde zwar ein Hotel begrüßen, dieses aber nur mit maximal 160 Zimmern. Pema-Chef Markus Schafferer freute sich gestern über „das Aufweichen der starren Obergrenze“. Er interpretierte dies als „klares Bekenntnis der Stadt, dass ein Motel One kommen soll“. Möglich hält er mit diesem Beschluss bis zu 10.000 m² BGF. Und damit könnte sogar das Hotel in ursprünglicher Dimension (220 Zimmer) verwirklicht werden: „Eine Zimmerbegrenzung wurde nicht festgelegt.“ Bereits in den kommenden Tagen soll der Architekturwettbewerb starten, Ende Dezember/ Anfang Jänner 2018 wird der Baustart angestrebt. In Sachen Zimmeranzahl sieht Gruber noch nicht das letzte Wort gesprochen: „Die Stadt kann die Zimmeranzahl immer noch über den Flächenwidmungsplan regeln.“ Für Diskussionen beim „P3“ ist damit weiter gesorgt.

Von Manfred Mitterwachauer

Erschienen in der Tiroler Tageszeitung von Samstag, 11. März 2017